Im
Internet
existieren zahlreiche vorgefertigte, mit Eagle entworfene
Leiterplattenentwürfe. Diese Anleitung zeigt, wie man mit Eagle-Lite
(Version 4.11 von CadSoft) erstellte Platinenlayouts, welche als
BRD-Dateien vorliegen, auf Klarsichtfolie ausdruckt und für das Bohren
von Hand vorbereitet. Für das Ausdrucken eignen sich neben
Laserdruckern auch
Tintenstrahldrucker. Die für private Zwecke kostenlose Lite-Version von
Eagle steht bei CadSoft
zum Herunterladen bereit.
1.
Schritt
Aufrufen der BRD-Datei aus Eagle. Dies kann z.B. aus dem Control-Panel
von Eagle geschehen
oder klicken Sie direkt auf die BRD-Datei, falls eine Verknüpfung mit
dem Layout-Programm von Eagle besteht, was meistens der Fall ist:
Aufrufen der BRD-Datei aus dem
Control-Panel von Eagle (CadSoft).
2.
Schritt Betätigen Sie den Knopf Display des
Board-Programms von Eagle,
welcher sich in der rechten Werkzeugleiste befindet, um sich nur die
Layers Bottom (16), Pads (17) und Dimension (20) anzeigen zu
lassen. Dies stellen Sie im Fenster "Display" ein. Damit vermeiden Sie,
dass Ihre Ätzvorlage den Lageplan für die Bestückung enthält:
Hier bestimmen Sie in
Eagle von CadSoft,
welche Lagen ausgedruckt werden sollen.
3. Schritt
Oft enthalten Layouts große Masseflächen, die erst dann sichtbar
werden, wenn Sie auf der Menüleiste Tools - Ratsnest ausführen:
So erzeugen Sie in Eagle von Cadsoft mit
Tools - Ratsnest eine Massefläche, falls
diese vorgesehen ist.
Die große Massefläche liefert eine
eindeutige Masse für
Hochfrequenzanwendungen und spart Ätzmittel.
4.
Schritt Bohrlochmarkierungen erzeugen: Wenn
Sie die Bohrlöcher von Hand mit einer Ständerbohrschmaschine bohren,
möchten Sie als Markierungen, die wie Ankörnungen wirken, gerne
kleinere Bohrlochmarkierungen geätzt haben. Rufen Sie dazu in der
Menüleiste File - Run... auf:
So erzeugen Sie kleine
Bohrlochmarkierungen für das Layout von Eagle.
5.
Schritt Nun müssen Sie die ULP-Datei
drill-aid.ulp auswählen, welche in Eagle bereits mitgeliefert ist:
Auswahl der
drill-aid.ulp, welche in Eagle bereits mitgeliefert ist. Klicken Sie
nach der Auswahl auf "Öffnen".
6.
Schritt Wählen Sie nun den Durchmesser der
Bohrlochmarkierungen. 0.5 mm haben sich als geeignet erwiesen. Zu
kleine Markierungen erscheinen nicht mehr auf der Folie:
Links unten wählen Sie
den Durchmesser. Dann auf OK klicken. Wenn Sie diesen Vorgang
rückgängig machen wollen, müssen den Layer 116 wieder löschen. Das
machen Sie im Fenster von Schritt 2.
7.
Schritt Ausdrucken aus Eagle: Gehen Sie auf
Menüleiste
- File - Print:
Nun geht es an
das Ausdrucken aus Eagle von CadSoft.
8.
Schritt Vor dem Ausdrucken aus Eagle müssen
Sie noch
die Druckereinstellung wählen. Markieren Sie wie im Bild gezeigt
"Black" und "Solid" an. Scale-Factor muss auf 1 stehen. Setzen Sie
Page-Limit auf 0. Mit OK startet der Druckvorgang. Vorher auf den
Knopf "Printer" gehen , um den Drucker auf höchsten Kontrast und
höchste Auflösung für Foliendruck einstellen. Dieses Menü
ist vom Drucker abhängig:
Druckereinstellungen
in
Eagle von CadSoft.
9.
Tipps zum Drucken auf Folie mit Tintenstrahl- und Laserdruckern Zuerst mache ich einen
Probeausdruck
auf Papier. Dabei erscheint das Layout in der Mitte des DIN-A4-Bogens.
Nun kontrolliere ich, ob ein eventueller Schriftzug, der später geätzt
werden soll, auch seitenverkehrt ausgedruckt worden ist. Außerdem
kontrolliere ich, ob alle Bohrlochmarkierungen sichtbar sind und keine
Kurzschlüsse auf der Leiterplatte zu erwarten sind. Wenn alles in
Ordnung ist, kann ich mit dem Bedrucken der Klarsichtfolie beginnen. In
Schreibwarenläden gibt es spezielle Klarsichtfolien für
Tintenstrahldrucker. Für Laserdrucker darf diese Folie nicht verwendet
werden. Nun schneide ich mir ein Stück Folie zurecht, dass
etwas größer als die Platine ist und befestige sie an den Rändern mit
Tesafilm auf den Probeausdruck, so dass dieser Ausdruck der Platine
vollständig bedeckt ist. Es ist darauf zu achten, dass die raue Fläche
der Folie nach oben zeigt, denn diese Fläche soll ja bedruckt werden.
So vermeide ich, dass ich für jede winzige Platine einen ganzen
DIN-A4-Bogen Folie benötige. Außerdem haben einige Drucker
Schwierigkeiten zu erkennen, dass eine durchsichtige Folie eingelegt
worden ist und glauben es sei kein Papier eingelegt worden.
Manche Drucker haben einen so genauen
Papiereinzug, dass ich man die Folie mehrfach bedrucken kann, um den
Kontrast zu erhöhen. Bei Tintenstrahldruckern erhält man den höchsten
Kontrast bei Photopapier-Druck und höchster Auflösung. Foliendruck zu
wählen wäre falsch. Zwischen dem Drucken sollte man immer ein paar
Minuten die Tinte trocknen lassen. Bei Laserdruckern geht das meines
Wissens nicht. Man muss dann den Kontrast durch mehrere Lagen
bedruckter Folie erhöhen.
Höhensonne
für die Belichtung. Llinks daneben liegt die Stoppuhr.
Für den Belichtungsvorgang
muss die bedruckte Seite der Tintenstrahldrucker-Klarsicht-Folie direkt
auf die Platine gelegt
werden. Wie lange belichtet werden muss, hängt von Fall zu Fall ab und
muss ausprobiert werden. Die Belichtungszeit hängt von vielen Faktoren
ab. Die
Werte können wie folgt aussehen: Klarsichtvorlage mit
Tintenstrahldrucker drei Mal bedrucken. Drucker auf "Fotopapier" und
höchste Auflösung schwarz-weiß stellen. "Foliendruck" auswählen wäre
falsch. 4 bis 5 Minuten belichten in 6 cm Abstand von
einem normalen Gesichtsbräuner mit 4 x 15 Watt Leuchtstoffröhren.
Dazwischen eine 1,5 mm dicke Glasplatte. Die bedruckte Seite der Folie
gehört - wie bereits erwähnt - auf die Platine. Entwickeln mit
Natronlauge bei
Zimmertemperatur. Die Lösung darf nicht zu kalt sein. Wenn die
Entwicklung abgeschlossen ist, lege ich die Platine sofort in eine mit
Wasser gefüllte Konservendose, die mit einem Stück Pappe abgedunkelt
wird. Konzentration der NaOH-Lösung: 2 gehäufte Teelöffel NaOH auf 1
Liter Wasser. Als Basismaterial habe ich das billigste von Reichelt
genommen. Geätzt wird mit etwa 20%iger Eisen(III)chlorid-Lösung, die
ich in der
Mikrowelle erhitzt habe. Je heißer, desto besser. Das Ätzen kann in
einer Plastikschale oder in einem alten Gurkenglas erfolgen. Dabei die
Lösung in Bewegung halten. Nach dem Ätzen wird der Fotopositiv-Lack
z.B.
mit
Brennspiritus entfernt.
Das Ätzergebnis nach dem Bohren mit einem
0,8 mm-Bohrer.
10.
Bügeleisenmethode mit Laserdrucker
Mit dem Laserdrucker wird die Vorlage spiegelverkehrt auf glänzendes
Papier gedruckt. Als Papier eignet sich das vom Reicheltkatalog oder
des SPIEGEL-Magazins. Dann wird das Layout mit einem Bügeleisen auf die
blanke Kupferfläche gebügelt. Anschließend muss das Papier mit Wasser
und Spülmittel aufgeweicht und entfernt werden. Danach kann schon
geätzt werden. Unter http://thomaspfeifer.net/platinen_aetzen.htm
gibt es eine genaue Anleitung. Statt des Bügeleisens geht auch ein
umgebauter Laminator, der unter http://thomaspfeifer.net/laminator_temperatur_regelung.htm
vorgestellt ist. Mehr dazu steht auch in diesem http://www.mikrocontroller.net/forum/read-6-261025.html
Foren-Beitrag.
Erstellt und eingespielt am 18. Februar 2006, ergänzt am 26. Februar
2006, 4. März und 13. März 2006, 30. Dez. 2006
Diese Seite befindet sich auf
http://www.janson-soft.de/seminare/dh7uaf/eagle/print/print.htm